Netzwerk Ökumene

Konfessionsverbindende Paare und Familien in Deutschland

Gemeinsamer Eucharistieempfang: Ermutigende Regelungen in einigen deutschen Bistümern

Nach langem internen Tauziehen innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz und mit der römischen Kurie hat der Ständige Rat der Bischofskonferenz am 26.06.2018 die Orientierungshilfe „Mit Christus gehen - Der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ veröffentlicht. Dabei wurde betont, dass „der Text als Orientierungshilfe in der Verantwortung der einzelnen Bischöfe liegt“ (https://www.dbk.de/themen/oekumene/ - dort steht sowohl die Handreichung als auch weitere einschlägige Dokumente zum ownload bereit)

Wie ist der Stand der Umsetzung in den einzelnen deutschen Diözesen? In der folgenden alphabetisch sortierten Liste sind alle Bistümer aufgeführt, in denen der Ortsbischof die Orientierungshilfe in Kraft gesetzt hat bzw. empfiehlt - achten Sie auf die zum Teil feinen Unterschiede.

Die Liste basiert überwiegend auf eigener Internetrecherche und erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Hinweise auf die Umsetzung der Handreichung in einzelnen Bistümern nehmen wir gerne entgegen - schreiben Sie uns!

Wir hoffen natürlich, dass weitere Bischöfe die Orientierungshilfe empfehlen und die Liste damit weiter wächst!

 

Aachen

„Bischof Dr. Helmut Dieser begrüßt Orientierungshilfe […] ‚Ich empfehle sie den Priestern, den Seelsorgerinnen und Seelsorgern meines Bistums sowie den Ehepaaren und allen Interessierten als Orientierungsrahmen, aus dem sie tiefe geistliche Unterscheidungshilfen gewinnen können.‘“

Quelle : http://oekumene.kibac.de/orientierungshilfe

Erfurt

Erklärung von Bischof Neymeyr: „Die Überlegungen der Deutschen Bischofskonferenz zum Kommunionempfang evangelischer Christen, die in konfessionsverbindender Ehe leben, habe ich bereits in den diözesanen Gremien und in den Priesterwerkwochen vorgestellt und möchte sie nun auch allen Paaren in konfessionsverbindender Ehe sowie allen Seelsorgerinnen und Seelsorgern im Bistum Erfurt in der von der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Fassung zur Kenntnis bringen. Als Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz habe ich an dieser Orientierungshilfe mitgearbeitet und empfehle sie allen Betroffenen im Bistum Erfurt.

Ich möchte unterstreichen, dass evangelische Christen in einer konfessionsverbindenden Ehe, die wissentlich und willentlich eine Ehe nach katholischem Verständnis geschlossen haben und damit ein katholisches Sakrament nicht nur empfangen, sondern auch gespendet haben, in einer partiell verwirklichten Form der Gemeinschaft mit der katholischen Kirche leben. Es ist Aufgabe der theologischen Wissenschaft, diese Form der Kirchengemeinschaft ekklesiologisch und im Anschluss daran kanonistisch zu fassen.“

Quelle : https://www.bistum-erfurt.de/presse_archiv/nachrichtenarchiv/detail/kommunionempfang_in_konfessionsverbindenden_ehen/

Essen

In einem Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Ruhrbistums hat Bischof Overbeck am Donnerstag darum gebeten, künftig die Orientierungshilfe „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur“ anzuwenden.

Quelle : https://www.bistum-essen.de/presse/artikel/ruhrbischof-empfiehlt-dbk-orientierungshilfe-zum-kommunionempfang/

Freiburg

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger begrüßt die jüngste Erklärung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz zur pastoralen Handreichung, die das Thema der gemeinsamen Teilnahme an der Eucharistie in konfessionsverbindenden Ehen behandelt.

„Ich bin sehr dankbar für diese Erklärung, weil sie das grundlegende pastorale Anliegen noch einmal klar benennt, ohne dabei die kirchenrechtliche und dogmatische Komponente ausser acht zu lassen“, so der Freiburger Erzbischof. „Denn es geht uns um die ganz konkrete Hilfe im Einzelfall, also um Seelsorge im eigentlichen Sinn und damit gerade nicht um einen Sonderweg innerhalb der Weltkirche“, so der Erzbischof weiter. Zudem betone die Erklärung auch die Bedeutung des ökumenischen Miteinanders, so Erzbischof Burger, das für die Zukunft von Kirche und Gesellschaft unverzichtbar sei.

Quelle : https://www.bistum-freiburg.de/html/aktuell/aktuell_aktuell_u.html ?&artikel=97175&m=19718&stichwort_aktuell=

Ergänzung: Die Handreichung und der dazugehörige Beschluss wird im Direktorium 2019 explizit aufgeführt - http://www.bistum-freiburg.de/html/media/dl.html?i=791421)

Hamburg

Erzbischof Stefan Heße hat den Seelsorgern im Erzbistum Hamburg die Orientierungshilfe „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur. Konfessionsverbindende Ehen und gemeinsame Teilnahme an der Eucharistie“ empfohlen. „Ich persönlich sehe in dem dort angedeuteten Weg eine Möglichkeit, wie es zu einem verantworteten Sakramentenempfang im Einzelfall kommen kann“, heißt es in einem Schreiben des Erzbischofs. „Ich möchte Ihnen die Orientierungshilfe für die seelsorgliche Begleitung konfessionsverbindender Ehepaare sehr ans Herz legen“, so Heße weiter.

Er erlebe, dass das Thema für viele Menschen im Erzbistum Hamburg von großer Relevanz sei. „Die Diskussionen zeigen, wie wertvoll uns die Eucharistie ist“, schreibt der Erzbischof. Umso mehr freue er sich, „wenn konfessionsverbindenden Ehepaaren die Teilnahme an der Eucharistie, diese intensive Begegnung mit Christus, so wichtig ist“.

Quelle : https://www.erzbistum-hamburg.de/Kommunionempfang_Erzbischof-Hesse-empfiehlt-Orientierungshilfe-

Limburg

„Bischof Dr. Georg Bätzing lädt die Seelsorgerinnen und Seelsorger im Bistum Limburg ein, mit der neuen Orientierungshilfe „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur“ zu arbeiten. „Es ist gut, dass es die Orientierungshilfe gibt. Sie will evangelischen Partnern in konfessionsverbindenden Ehen Orientierung geben, die sich in ihrem Gewissen dazu entscheiden, die heilige Kommunion zu empfangen. Dazu bietet der Text zahlreiche Anregungen für ein vertieftes Verständnis der Eucharistie in katholischer Sicht“, so Bätzing. Die Orientierungshilfe gebe den Gläubigen die nötige Klarheit und den Seelsorgerinnen und Seelsorgern wertvolle Hinweise für die Begleitung. Darum begrüße er diesen Text und habe beim Treffen der Bischöfe für die Veröffentlichung gestimmt. Die Seelsorger und die Gläubigen sollen wissen können, was der Bischof für diese konkreten Einzelfälle empfiehlt. […]Da einige Inhalte des Dokuments innerhalb der Gesamtkirche noch weiter diskutiert werden sollen, wird der Bischof die Orientierungshilfe zum jetzigen Zeitpunkt nicht verbindlich verordnen und auch nicht im Amtsblatt der Diözese veröffentlichen. Entscheidend vielmehr sind das persönliche Gespräch, die inhaltliche Auseinandersetzung und die Nähe zu den Menschen. „Wenn sich konfessionsverbundene Paare an mich wenden, die auf Hindernisse stoßen, werde ich ihnen helfen, ihre Gewissensentscheidung umzusetzen“, sagte der Bischof.“ 

Quelle : https://bistumlimburg.de/beitrag/gut-dass-es-die-orientierungshilfe-gibt/

Magde­burg

In einem Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Bistums Magdeburg hat Bischof Dr. Gerhard Feige die Anwendung der  Orientierungshilfe „Mit Christus gehen – Der Einheit auf der Spur“  empfohlen. „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass die seelsorgliche Begleitung konfessionsverbindender Ehen im Bistum Magdeburg auf der Grundlage der jetzt Orientierungshilfe genannten Handreichung wahrgenommen wird“, so der Bischof.

Quelle : https://www.bistum-magdeburg.de/aktuelles-termine/nachrichten/feige_empfiehlt_orientierungshilfe.html

Ergänzung: Bischof Feige hat seinem Willen besonderen Nachdruck verliehen, indem er sie im Amtsblatt seines Bistums auf die Orientierungshilfe veröffentlicht und somit auch kirchenrechtlich für sein Bistum erbindlich macht: „Ich weise darauf hin, dass die jetzt Orientierungshilfe genannte Handreichung im Bistum Magdeburg für die seelsorgliche Begleitung konfessionsverbindender Ehen zu beachten ist.“

Quelle : https://www.bistum-magdeburg.de/aktuelles-termine/amtsblatt/2018/amtsblatt-2018-08.html 

München-Freising

Was werden Sie als Erzbischof von München und Freising tun?

Marx: Ich denke, ich werde an die Priester und Seelsorger in unserem Erzbistum schreiben. Die Orientierungshilfe lädt zu einer Vertiefung ein, nicht leichtfertig und gedankenlos mit der Eucharistie umzugehen. Das ist ja ein gemeinsames Anliegen aller Bischöfe und auch des Heiligen Vaters. Dazu ist der Text eine hilfreiche Orientierung.

Quelle: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/marx-zum-kommunionstreit-manches-war-grenzwertig

Paderborn

Gläubigen, die in einer konfessionsverbindenden Ehe lebten, solle ein Weg pastoraler Begleitung offenstehen, "auf dem im Einzelfall ein Kommunionempfang möglich werden kann", sagte Becker laut Zeitung. Er habe in der jüngsten Sitzung des Priesterrats seine Einordnung vorgetragen und die Erwartung formuliert, "dass sich alle Seelsorger im Erzbistum Paderborn mit der Orientierungshilfe intensiv vertraut machen und entsprechend seelsorglich verantwortbar handeln".

Quelle: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/paderborn-offnet-kommunion-fur-evangelische-ehepartner

Rottenburg-Stuttgart

„Mit diesem Schreiben übersende ich Ihnen den Flyer zur Information von konfessionsverbindenden Ehepaaren und bitte Sie nachdrücklich, für die darin enthaltetenen Möglichkeiten (Grespräch, Möglichkeit zum Kommunionempfang im Rahmen einer Gewissensentscheidung zu werben. Als Bischof ist es mir ein großes Anliegen, dass die Verunsicherungen und auch Verwundungen, die durch die Auseinandersetzungen um die Handreichung nicht nur, aber zuerst bei den Partnern in konfessionsverbindenden Ehen entstanden sind, nicht durch weitere Unsicherheiten noch vergrößert werden.“

Quelle: Schreiben von Bischof Fürst an die Mitarbeiter in der Pastoral im Bistum Rottenburg-Stuttgart (https://ha-vii.drs.de/fileadmin/user_files/134/Dokumente/Oekumene/anschreiben_bischof.pdf)

Der im Brief erwähnte Flyer ist unter https://ha-vii.drs.de/fileadmin/user_files/134/Dokumente/Oekumene/Folder_Eucharistie_Konfession_1909_a.pdf abrufbar.

Speyer

Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann hat die von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichte Orientierungshilfe zur Begleitung konfessionsverbindender Ehen für das Bistum Speyer übernommen. In einem Schreiben an die Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums Speyer erklärt Bischof Wiesemann: „Ich habe mich für die Erstellung dieser Hilfe eingesetzt und dem Text bei der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischöfe zugestimmt. Diese pastorale Hilfe lege ich Ihnen hiermit ans Herz. Ich bitte Sie, dass sie als verbindliche Orientierung für die seelsorgerliche Begleitung konfessionsverbindender Ehepaare im Bistum Speyer Beachtung findet.“

Quelle: https://www.bistum-speyer.de/news/nachrichten/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=7427&cHash=abf54e3ff21701e38d5ccc033cad28c1

Würzburg

Bischof Dr. Franz Jung will die Handreichung zunächst mit den diözesanen Gremien diskutieren. Kurz nach ihrer Veröffentlichung hat er allerdings ein deutliches (und öffentlichkeitswirksames Zeichen gesetzt:

„Bischof Dr. Franz Jung hat konfessionsverbindenden Ehepaaren für die Pontifikalgottesdienste im Kiliansdom an den beiden Tagen der Ehejubilare, 5. und 6. Juli, die Einladung zur Eucharistie ausgesprochen. „Diese gelebte Treue in der Hauskirche der Ehe wollen die deutschen Bischöfe gerade auch in konfessionsverbindenden Ehen noch einmal besonders gewürdigt wissen“, sagte er am Donnerstag, 5. Juli, in seiner Predigt beim ersten von insgesamt vier Gottesdiensten für die Ehejubilare des Jahres 2018. […] Für heute aber, den Tag der Ehejubiläen, möchte ich für konfessionsverbindende Ehen, in denen die beiden Partner einander so lange die Treue gehalten haben, die Einladung zur Eucharistie aussprechen“, sagte er im Kiliansdom.“

Quelle: https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/gelebte-treue-wuerdigen/

 

Neben dem Würzburger Bischof haben sich vier weitere Bischöfe abwartend geäußert: Sie wollen vor einer eigenen Entscheidung mit ihren diözesanen Gremien bzw. innerhalb der Bischofskonferenz beraten. Dies sind (Erz-)Bischöfe von Bamberg, Berlin, Mainz und Osnabrück.

Auf Grund eines nicht besetzten Bischofsstuhls (Sedivakanz - Bistum Fulda) bzw. des erst in jüngster Zeit neu besetzten Bischofstuhls (Bistum Hildesheim) kann es aus diesen beiden Bistümern noch keine verbindliche Aussage zur Orientierungshilfe geben.