ARGE ÖKUMENE Österreich

Die österreichische Arbeitsgemeinschaft für Ökumene

Unsere ökumenische Arbeitsgruppe entwickelte sich aus kleinen Basisgruppen verschiedener Bundesländer. Einige konfessionsverschiedene Ehepaare – aus Wien, Salzburg und Tirol – wollten ihre Hoffnungen und Sorgen teilen und hielten Ausschau nach Paaren, die in der gleichen Lage waren. Unsere Arbeit konzentriert sich auf die Beziehungen und die Hochzeiten zwischen römisch-katholischen und evangelischen Christen: auf Grund unserer Geschichte ist das der häufigste Fall von „gemischten“ Ehen.
73 % unserer Bevölkerung sind römisch-katholisch und nur 5 % gehören zur evangelischen Kirche, aber einige Regionen von Österreich sind wirklich „gemischt“ und in manchen Gebieten sind die Evangelischen sogar in der Mehrheit. Für einen Angehörigen der Minderheit passiert es daher recht oft, dass er/sie jemanden einer anderen Konfession trifft und wenn sie sich verlieben – gibt es eine weitere „konfessionsverschiedene Ehe”…(bei 6 % aller in Österreich geschlossenen Ehen ist ein Partner evangelisch, der andere katholisch; oder anders ausgedrückt: Evangelische heiraten 3x häufiger einen Katholiken als einen Partner der eigenen Konfession. Quelle: Statistik Austria, Jahrbuch 2003).
 
Einige dieser Paare – die sich zunächst nur auf lokaler Ebene getroffen haben – fanden zusammen (wir sind sicher, durch die Hilfe des Heiligen Geistes!) und so wurde 1992 die „ARGE Ökumene Österreich“ von den „konfessionsverbindenden“ Ehepaaren, wie wir uns selbst nennen, gegründet.
 
Unsere jährlichen Treffen finden auf Diözesanebene statt und so besuchten wir fast alle neun österreichischen Bundesländer: wir haben den jeweiligen Diözesanbischof und den evangelischen Superintendenten eingeladen und mit ihnen über unsere Ziele und Visionen gesprochen. Wir diskutieren alle Angelegenheiten, die unser Glaubensleben berühren: natürlich hängen die Hauptthemen vom Alter der Ehepaare ab (ob zB Kinder zu taufen sind) und von der örtlichen personellen Situation bei den Kirchen (Unterstützung und Verständnis durch die Pfarrer). Unsere jährlichen Treffen haben sich jedenfalls als „Tankstelle“ für die gegenseitige Ermutigung bewährt!
 
Unser Die ARGE Ökumene ist eine Gemeinschaft konfessionsverbindender Paare, Selbst- Familien und anderer Personen, die von der Situation betroffen sind, dass sie und Verständnis: ihr Partner zu zwei Kirchen gehören.
 
Wir treffen uns regelmäßig in Kleingruppen auf lokaler Ebene, aber wir bilden ein österreichisches Netzwerk: wir teilen unsere Erfahrungen, setzen uns mit Fragen der Ökumene auseinander, feiern miteinander und stärken unsere Gemeinden gegenseitig.
 
Auf nationaler Ebene treffen wir uns jährlich und möchten ein Teil des internationalen Netwerkes sein: Mitglieder der AIF-England und der deutschen Ökumene-Runde haben bereits an unseren Treffen teilgenommen. Wir haben auch schriftliche Unterlagen an unsere französischen Freunde von „Foyers mixtes“ gesandt.
 
Wir kümmern uns um unsere gemeinsamen Interessen und vertreten unsere Anliegen gegenüber den Kirchenleitungen.
 
Im Dialog möchten wir erreichen, dass uns betreffende theologische Erkenntnisse (zB die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre) in der konkreten Pastoral angewendet werden.
 
Wir möchten die bereichernden Erfahrungen, die wir auf unserem Lebensweg machten, ins Bewusstsein bringen – genauso wie die Schwierigkeiten, die mit der Konfessionsverschiedenheit verbunden sind.
 
Wir wollen keine neue Konfession schaffen, sondern in „versöhnter Verschiedenheit“ in den Traditionen unserer Kirchen leben.
 
Einen „frischen Wind“ für das Vatikanum II und den (ökumenischen) Dialog bringt der neue Salzburger Erzbischof, der in seiner Eröffnungsrede sagte:
„Es ist mir eine große Verpflichtung, den Geist des Konzils und die Aussagen seiner Dokumente umzusetzen in das Heute und Morgen. Wer das Wirken des Heiligen Geistes in den großen Konzilien der Kirche nicht annehme, der widerstehe dem Heiligen Geist selber und laufe Gefahr, sich in rein menschlichen Traditionen bestimmter Zeiten zu verfestigen.“
 
Unsere (Ehe-)Paare jeden Alters, die gemischt-konfessionell leben
Zielgruppe: alle, die an Ökumenefragen und am Fortschritt der Ökumene interessiert sind
 
Unsere Visionen:

  • Wir haben die Vision, dass sich unsere Kirchen als gleichberechtigte Geschwisterkirchen anerkennen, die einander in Fürsorge und Wertschätzung begegnen
  • Wir haben die Vision, dass unsere Kirchen ihre Verschiedenheit als Wert erkennen: Verschiedenheit wandelt sich vom Ausdruck der Trennung zum Zeichen der Ergänzung
  • Wir haben die Vision, dass unsere Erfahrung des gemeinsamen Abendmahls als Zeichen der Versöhnung wirkt
  • Wir haben die Vision, dass das Christentum durch die versöhnte Verschiedenheit ihrer Kirchen der Welt den guten Geschmack der frohen Botschaft vermitteln kann

"Wenn wir das, was uns eint, leben, dann hat das was uns trennt, nicht mehr die Kraft, uns zu trennen!“  Das ist eine der hoffnungsvollen Erkenntnisse aus den letzten 10 Jahren, die unser Leben stärkt.
 
 
Die Themen unserer jährlichen Treffen (meist Ende Oktober):
 
1992 “Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig” (2 Kor 3,6)
1993 Gottesdienst
1994 Gemeinsam im Glauben wachsen
1995 Gemeinsam Kirche leben
1996 Was wissen wir voneinander?
1997 Sind wir „eine“ Kirche?
1998 Visions - Los?
1999 Zwei Kirchen – ein Weg zum Heil?
2000 Sünde, Vergebung, Erlösung
2001 Ehe – ein Sakrament?
2002 Taufe – Leib Christi - Kirche
2003 Charta Oecumenica
 
 
Wenn Sie Interesse an zusätzlichen Informationen haben, wenden Sie sich bitte an:
Erika & Gerhard Größwang Heide & Wolfgang Hinker
g [dot] groesswang [at] gmx [dot] at    hiwo [at] magnet [dot] at