Nordirland

NORTHERN IRELAND MIXED MARRIAGE ASSOCIATION 2001-2003

Seit der Konferenz in Edmonton vor 2 Jahren ist NIMMA sehr aktiv gewesen. Hauptsächlich auf verstärkter Werbung beruhend, können wir ein starkes Wachstum an Anfragen verzeichnen.
 
Im Okotober 2001 luden wir eine Anzahl von interkirchlichen Gruppen und Versöhnungsgruppen zu einem Agape-Mahl in der Columbanus Versöhnungsgemeinschaft ein. Es war gut besucht, und bestehende Freundschaften wurden gestärkt und neue wurden geschlossen. Ein Höhepunkt war, dass neue Mitglieder, denen wir hatten helfen können, Fotos von ihrer Hochzeit mitgebracht hatten. Die Dankbarkeit und offensichtliche Freude der Bräute war ermutigend und ansteckend.
 
Im November 2001 gab es ein glückliches Zusammenkommen von Ereignissen. NIMMA lancierte neue Poster und Broschüren in derselben Woche, in der die ‘Initiative on Conflict Resolution and Ethnicity’ (Initiative zur Konfliktlösung und Ethnizität) und das ‘Institute for Conflict Research’ (Institut zur Konfliktforschung) eine Konferenz mit dem Titel ‘Mischehen – die internationale Dimension’ abhielten. Nigel Spiers und Ken Dunn von NIMMA hielten auf dieser Konferenz Referate. Es gab ebenfalls Beiträge von: Dr Ari Nave von Harvard, der über die Erfahrungen mit inter-ethnischen Ehen in Mauritius sprach, Dr Mateja Sedmac aus Slovenien, der über die ethnischen Mischehen im slowenischen Istria berichtete. Ein weiteres Referat wurde von Wanda Wigfall Williams, Tip O’Neill Fellow, gegeben und hatte den Titel ‘Identity Negotiation within a Mixed Marriage: An Opportunity for Conflict Escalation or Conflict Transformation’ (Identitäts-Überwindung innerhalb einer Mischehe: Eine Gelegenheit zur Konflikteskalation oder Konflikttransformation). Das Video ‘A Plague on both your Houses’ (Die Pest möge über Eure beiden Häuser kommen) mit Anne & William in den Hauptrollen, wurde vorgeführt. Ein aktualisierter Forschungsbericht mit dem Titel ‘A World Apart: Mixed Marriage in Northern Ireland’ (Eine andere Welt: Mischehen in Nordirland) von Wanda Wigfall-Williams und Gillian Robinson wurde ausgegeben, der deutlich zeigte, dass Mischehen heutzutage annehmbarer geworden sind, als sie es vor 10 Jahren waren. Diese Forschungsarbeit ist bei www.qub.ac.uk/nilt unter dem Datum November 2001 erhältlich. Eine große Anzahl von Artikeln in den lokalen Zeitungen und eine Vielzahl von Radio-Interviews mit NIMMA Mitgliedern und anderen waren das Ergebnis der Konferenz.
 
Unsere Poster und Broschüren wurden an die Kleriker der Kirche von Irland, der Methodisten, Presbyterianer und der römisch-katholischen Kirche geschickt – im ganzen knapp unter 1000. Es war eine Gelegenheit, auf unsere Existenz aufmerksam zu machen und die Kleriker um Unterstützung zu bitten. Diese Poster haben in verschiedenen Kirchen der Provinz Beachtung gefunden, und obwohl die direkte Hilfe von Seiten der Kleriker größtenteils ausblieb, haben wir indirekt viel erreicht. Unser gegenwärtiger Web Experte, Hugh, kam zu uns, nachdem er nach Versand des Materials in seiner Kirche einen Anschlag gesehen hatte.
 
Statistische Angaben von unserer Web-Site sind vielversprechend. Von Februar bis April 2003 haben wir in einem Zeitraum von sechs Wochen 11,134 Hits and 1,727 Besucher-Dialogsitzungen gehabt. Einzelheiten sind bei bei www.nimma.org.uk erhältlich.
 
NIMMA ist dabei, die dritte Ausgabe der Broschüre ‘Mixed Marriage in Ireland’ (Mischehen in Irland) vorzubereiten. Um den äußeren Eindruck zu verbessern, haben wir die Hilfe eines örtlichen Public Relations Unternehmens in Anspruch genommen, das den Ätzdruck (kostenlos!) geliefert hat. Wir haben für unsere Broschüren auch ein neues Logo und Design gewählt.
 
NIMMA arbeitet weiterhin mit ACCORD, der römisch-katholischen Organisation, die Ehevorbereitungskurse für Brautpaare abhält. Leider sind unsere Beziehungen in letzter Zeit etwas gespannt, da die Organisation andere Vorstellungen davon hat, was Brautpaare benötigen.
 
Das Thema unserer Konferenz am 5. und 6. April dieses Jahres war ‘United in Baptism and Marriage’ (Durch Taufe und Ehe vereint), womit wir Roms Thema aufgriffen. Wir sind Bischof Alan Harper und Bruder Tom Layden SJ für ihre wertvollen Beiträge dankbar. Tom behandelte den englischen Vorbereitungsbericht und demonstrierte ein klares Verständnis des interkirchlichen Themenbereiches. Er brachte seine Bitte, mit andern geduldig zu sein, die ‘noch nicht denselben Stand’ erreicht hätten, vorsichtig vor.
 
Andere jährliche Veranstaltungen wie unser Dinner, das Barbeque und das gemeinschaftliche Zusammenkommen zu Weihnachten, spielen in NIMMAs Leben weiterhin eine bedeutende Rolle und bieten neuen Paaren die Gelegenheit, erfahrenere Mitglieder kennzulernen. Ken ist jeden November weiterhin bei dem ständigen interkirchlichen Komitee unter dem Banner der Kirche von Irland aktiv.
 
NIMMA’s Verhältnis zu der Allianz Partei (eine der zwei Parteien, die die politische Grenze überschreiten) ist enger geworden. Anne Odling-Smee wurde eingeladen, auf deren Jahreskonferenz an der Diskussionsrunde teilzunehmen. Sie sprach über ‘Konfessionalismus’ und beantwortete Fragen zu diesem Thema. Auf der diesjährigen Konferenz äußerte sich der Vorsitzende der Allianz Partei, Colm Cavanagh, im Rahmen seiner Ansprache lobenswert über NIMMA und verglich die Verhältnisse innerhalb der nordirischen Gesellschaft mit einer ‘Mischehe’.
 
Im April 2003 endete unsere hauptsächliche finanzielle Unterstützung und NIMMA musste sich Ende letzten Jahres einem strengen Bewertungsprozess unterziehen. Glücklicherweise haben wir diese Prüfung gut bestanden, und der Community Relations Council (Rat für Verständnis zwischen den Volksgruppen) hat sich bereit erklärt, NIMMA für die nächsten drei Jahre zu unterstützen. Leider haben sich die Bedingungen geändert, und NIMMA muss jetzt für den nicht unwesentlichen Defizit aufkommen.
 
In Beantwortung einer der aus der Bewertung hervorgegangenen Empfehlungen haben wir einen Unternehmensberater damit beauftragt, uns bei der Vorbereitung eines Entwicklungsplanes für die nächsten drei Jahre zu helfen. Dazu gehören Fokus Gruppen und das ganze sollte im Oktober/November dieses Jahres fertiggestellt sein.
 
In Nordirland wurde die Lokalversammlung, die seit dem Karfreitagsabkommen vor fünf Jahren in Stormont gearbeitet hatte, aufgehoben, und für die Zukunft sind Neuwahlen geplant. Wahrscheinlich werden sie nicht vor dem Herbst stattfinden. Die allgemeine Situation auf den Straßen war in den letzten Monaten ruhig, obwohl sogenannte ‘Straf-Verprügelungen’ regelmäßig stattfinden. Normalerweise beginnen mit dem warmen Wetter auch die Vorfälle von nächtlichen Aufständen, insbesondere an der ‘Friedenslinie’. Forschungsstudien zeigen, dass die nordirische Gesellschaft mehr als je polarisiert ist. Es erfordert größere und innovative Anstrengungen, wenn die Menschen zusammengebracht werden sollen.
 
Der Staatssekretär initiierte ein Konsultationsdokument ‘A Shared Future’ (Eine gemeinsame Zukunft), in dem die in Nordirland lebenden und arbeitenden Menschen über ihre Zukunftsvision befragt werden. NIMMA, wie auch einzelne unserer Mitglieder persönlich, werden sich zu diesem Dokument äußern. Wie wir alle nur zu gut wissen, sind bei der Versöhnungsarbeit Entschlusskraft, Beharrlichkeit und Geduld erforderlich. Es ist NIMMAs Ziel, sich zum Besten der Paare, ihrer Familien und der Gesllschaft allgemein einzusetzen. Das Akzeptieren ‘des anderen’ ist für eine ‘gemeinsame Zukunft’ in Norirland wesentlich; ohne das ist andauernder Friede nicht möglich. Wir planen, mit Gottes Hilfe und der Unterstützung unserer Freunde weltweit ‘bei der Weiterarbeit dabeizubleiben’ und danken allen denen, die uns besucht haben, für uns Gebete gesprochen haben und finanzielle oder andere Hilfe geboten haben.
 
Anne Odling-Smee, Vorsitzende