Rückblick auf die Jahrestagung 2017: "Lehre und Gewissen"

Für die Jahrestagung 2017 (10.-12.03.2017 in Rudolstadt/Thüringen) war es dem Leitungskreis gelungen, zwei Bischöfe als Referenten zu gewinnen. Auf Gruind der vielfältigen terminlichen Verpflichtungen der Bischöfe erforderte dies allerdings eine Umstellung des sonst bewährten Programmablaufs. So begann die Tagung am Freitagabend mit dem Vortrag von Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Dieser griff das Tagungsthema "„Lehre und Gewissen – Welche Freiheit hat ein Christenmensch?“ für eine grundlegende theologische Reflexion dieses Begriffspaares auf. Mit Blick auf die Zielgruppe Ehepaare machte er zudem deutlich, dass für Luther die Ehe ein 'weltlich Ding' ist. Die evangelische Kirche habe somit - anders als die katholische Kirche - bei der Ehe-Thematik "einen weiten Raum der Freiheit, weil für uns die Ehe einzig eine seelsorgliche und eben keine kirchenrechtliche Frage ist." (Der gesamte Vortrag von Bischof Hein kann bei Interesse hier heruntergeladen werden.)

 

Die ausführliche Vorstellungsrunde der Teilnehmer folgte am Samstagmorgen, teilweise in Anwesenheit des zweiten Referenten, Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof des Bistums Erfurt, der auch Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Sein Vortrag begann mit einem Verweis auf die große Bedeutung des Gewissens für Katholiken, was auch im Katechismus eindeutig nachzulesen ist. Weiterhin verwies er auf die Relevanz der Gewissensentscheidung, den Papst Franziskus in Amoris Laetitia den wiederverheirateten Geschiedenen bei der Frage des Eucharistieempfangs zugesteht. Er verwies auch darauf, dass Franziskus eine Ermutigung zur Gewissensentscheidung bei seinem Besuch der lutherischen Gemeinde in Rom im November 2015 gegenüber einem konfessionsverbindenden Paar formulierte: "Eine Taufe, ein Herr, ein Glaube. Sprecht mit dem Herrn und geht voran." Im weiteren Vortrag wurde deutlich, dass sich auch die Deutsche Bischofskonferenz aktuell (wieder einmal) mit der Frage des gemeinsamen Eucharistieempfangs für konfessionsverbindende Paare beschäftigt - eine Entscheidung scheint derzeit aber noch nicht spruchreif zu sein.
Aus Sicht des Netzwerk Ökumene ist diese Zurückaltung der DBK nur schwer verständlich - vor allem nachdem man für die eigentlich viel schwierigere Personengruppe der wiederverheirateten Geschiedenen jüngst eine praktikable und vor allem pastoral begründete Lösung gefunden hat.

Der Samstagnachmittag war in zwei Blöcken verschiedenen Workshops gewidmet, die ein Themenspektrum von der thematischen Weiterarbeit über Musizieren, kreatives Gestalten, Gottesdienstvorbereitung bis hin zu einem Stillen Dialog abdeckten. Es gab auch die Möglichkeit, die Fernsehübertragung des zentralen  ökumenischen Versöhnungsgottesdienstes in Hildesheim zu verfolgen. Mit Genugtuung hörten wir die vorgetragene Selbstverpflichtung, "den konfessions­verbindenden Ehen alle Hilfestellung zu leisten, die ihren gemeinsamen Glauben stärken …". Hoffen wir, dass diesen Worten bald Taten folgen.

Die Abende waren dem gemütlichen Beisammensein und dem Erfahrungsaustausch gewidmet.

Die sechs Kinder wurden von einer Jugendlichen liebevoll betreut und hatten ein eigenes, spannendes Programm. An den Andachten, Mahlzeiten und natürlich zum selbstgestalteten Gottesdienst am Sonntagmorgen waren alle Altersgruppen gemeinsam vertreten.

Fazit der Jahrestagung: Es bleibt spannend…  - vor allem weil sich kirchenpolitisch nach langem Stillstand wieder etwas zu bewegen scheint.

 

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Der evangelische Referent, Bischof Prof. Dr. Martin Hein

 

 

 

 

 

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Abendandacht

 

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Der katholische Referent, Bischof Dr. Ulrich Neymeyr
 
 
 

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Die Kinder hatten Spaß - nicht nur beim Essen
 
 

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Workshops: Ergebnis des 'Stillen Dialogs'

 

 

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Gemütliches Beisammensein am Abend

 

 
 

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Schwarzenshof verwöhnte uns mal wieder mit Sonne

 

 
Abschlussgottesdienst

Abschlussgottesdienst

 

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Der Tagungsflyer mit allen Informationen kann hier heruntergeladen werden.