Wir trauern um Rudolf Lauber

Unser Gründungsmitglied Prof. Dr. Rudolf Lauber starb in Folge eines schweren Treppensturzes am 24. August 2017 im Alter von 87 Jahren. Besonders seit seiner Pensionierung unterstützte der katholische Christ seine evangelisch-methodistische Frau Rosmarie intensiv bei den Bemühungen, die 1999 zur Gründung von Netzwerk Ökumene - Konfessionsverbindende Paare und Familien in Deutschland führten.
Er wurde am 5. September 2017 in Weil-der-Stadt unter großer Anteilnahme beigesetzt. "Netzwerk Ökumene" hat sich mit einem Nachruf und einem Gebet am Grab verabschiedet...

Dies geschah auch in Verbundeheit mit den Treffen für konfessionsverbindende Paare in Dornstadt.

So will ich einmal
vertrauensvoll sagen dürfen:
Vater,
in deine Hände
übergebe ich meinen Geist.

Rudolf Lauber
vor über 20 Jahren in seinem Tagebuch
 
 
Nachruf während der Trauerfeier
Liebe Rosmarie, liebe Angehörige, liebe Geschwister aus der Ökumene, liebe Trauernde,
Mitte der achtziger Jahre haben sich unsere Wege ein erstes Mal mit Rudolf und Dir, liebe Rosmarie, gekreuzt. Wenn ich es unseren Unterlagen richtig entnehme im September 1984 auf jener ACK-Tagung im Badischen, auf der wir das Wort „konfessionsverbindend“ das erste Mal hörten. Seit dieser Zeit wart Ihr für uns eines der Ehepaare, dass diesen Begriff ebenso engagiert wie glaubwürdig als Vorbild lebte.
Und: Wir erinnern uns gerne an das letzte große Fest, bei dem Ihr 2015 auch Eure 50jährige Ehe gefeiert habt: Die Ehe zwischen Dir, Rosmarie, der entschiedenen und engagierten Methodistin und Rudolf, ebenso entschieden als liberaler Katholik. Er war einer, der sehr genau wusste, wie er ohne Überheblichkeit seine Anliegen so vertreten konnte, dass sie wahr genommen wurden.
Als wir Euch kennenlernten war Euer Leben stark von Rudolfs Berufsleben als ordentlicher Professor an der Universität Stuttgart geprägt, so dass vor allem Du, Rosmarie, es warst, die sich in dieser Zeit mit Leib und Seele für die Einheit der Christen engagierte. So hattet Ihr von 1986 bis 1999 bei den Nehresheimer Seminarenvon Pater Beda Euren Ort gefunden, Rudolf als Teilnehmer, Du als diejenige, die sich für die konkrete Arbeit viel Zeit nahm. Bei den Treffen konfessions­verbinden­der Paare in Dornstadt hattest Du, Rosmarie, die Initiative ergriffen, nach der Emeritierung konnte Rudolf Dich unterstützen.
Ihr wart seit Oktober 1999, als wir gemeinsam vor allem auf Eure Initiative hin „Netzwerk Ökumene – konfessionsverbindende Paare und Familien“ gründeten, entscheidende Motoren. In dieser Arbeit war Rudolf – angetrieben von Eurem und unserem gemeinsamen Ziel der Einheit der Christen - einer, der mit Vision und großer Beharrlichkeit, mit Leib und Seele, Ziele langfristig verfolgte.
Er war in unserem gleichberechtigten Leitungskreis eine Stimme, die mit heiterem Gemüt Positionen aufnahm und verband und mit Sorgfalt und Gewissen­haftigkeit Argumente und Themen prüfte. Dies tat er mit einer für einen promovierten Ingenieur erstaunlichen theologischen Kompetenz. Hier kamen uns allen sein im besten Sinn akademi­sches Wesen und seine Akribie ebenso zu Gute wie Euer internationales Denken und Engagement.
Ich erinnere mich dabei auch an Auseinandersetzungen mit klaren Meinungen auf beiden Seite, eine Erfahrung, die im Netzwerk und auch bei den Treffen in Dornstadt gemacht wurde. Denn Rudolf war ein in der Sache konsequenter Mensch. Manchmal wurden dabei auch einmal Argumente sehr massiv ausgetauscht, doch es blieben keine Wunden. Und am Ende standen keine faulen Kompromisse sondern gemeinsame Lösungen, die er mittrug. Im oft alles und doch nichts sagenden Geräusch­pegel, der von den verschiedenen christlichen Konfessionen vernommen werden kann, ist dies eine Tugend, die verloren zu gehen scheint.
Letztendlich stand für Euch wie für uns alle auf dem gemeinsamen Weg die Verantwortung vor dem dreieinigen Gott im Mittelpunkt. Dabei war und blieb Rudolf bis hinein ins hohe, in den letzten Jahren zunehmend von seiner Krankheit geprägte Alter, einer, der bewegen wollte. Oft hast Du Rosmarie ihn - als die Kräfte nachließen - bis an die Grenzen Deiner Möglichkeiten dabei unterstützt, noch an Kirchen- und Katholikentagen sowie an den Wochenenden in Dornstadt, Braunfels und Schwarzenshof teilzunehmen.
Dabei dachtet Ihr beide an die Zukunft und habt uns Jüngeren Stück für Stück Aufgaben übergeben, damit die Arbeit weitergehen konnte. Ihr wart und seid schon alleine von der Erfahrung Eures Alters her und durch Eure Engagement so etwas wie 'Eltern' von Netzwerk Ökumene. Als 'Vater' machte sich Rudolf Gedanken um die Zukunft dieses 'Kindes'. Rudolf war bei alle dem ein Mann voller Optimismus, auch wenn mancher unter uns den Eindruck hatte, dass dennoch auch manchmal Resignation angesichts der Entwicklung in den christlichen Konfessionen spürbar wurde. Vielleicht begann er anzunehmen, dass er manches wie die offizielle Einheit am Tisch des Herrn nicht mehr miterleben würde.
Doch wir verabschieden uns jetzt voller Dankbarkeit mit der grundlegendsten, allen Christen gemeinsamen Hoffnung von ihm, die die Grundlage jeder Ökumene ist: Der Hoffnung, dass wir unserem Bruder und Herrn Jesus Christus in der Auferstehung folgen dürfen.
Wir wünschen Dir, liebe Rosmarie, Ihnen liebe Trauerfamilie und uns allen diese Hoffnung!
 
GEBET während des Bestattungsgottesdienstes am Grab
Der Apostel Paulus schreibt:
Leben wir, so leben wir im Herrn.
Sterben wir, so sterben wir im Herrn.
Darum: wir leben oder sterben,
so sind wir des Herrn.

Großer und lebendiger Gott,
wir danken Dir für das Geschenk,
dass Du uns mit dem Leben
von Rudolf Lauber
gemacht hast.
 
Herr Jesus Christus,
Du hast flehentlich
um Einheit der Christen gebetet.
Lass uns dieses Anliegen,
dass sich der Verstorbene
zu eigen gemacht hat,
weiterhin mit aller Kraft verfolgen.
 
Wir beten für alle,
die in den christlichen Konfessionen
und Denominationen
Verantwortung tragen,
dass sie Deinen Auftrag
zur Einheit hören und weitergeben
und dass diesen Worten Taten folgen.
 
Heiliger Geist, Du Tröstergeist,
Stärke Du in der kommenden Zeit
besonders Rosmarie
und die gesamte Trauerfamilie.

Sei uns allen in unserer Trauer nahe
und lass die Hoffnung
auf die Auferstehung
in unserem Herzen
lebendig werden,
wenn wir hier am Grab
von Rudolf Lauber Abschied nehmen.
 
Wer durch Ihn Gutes erlebt hat,
wen er lieb hatte,
danke Gott dafür.
Wer von ihm enttäuscht
oder verletzt wurde,
vergebe ihm.
Wer ihm Unrecht getan hat,
wer ihm Liebe
schuldig geblieben ist,
bitte Gott um Vergebung.
Gott sei mit uns
und nehme unseren Dank
und unsere Bitte an.
AMEN
 
Lasst uns gemeinsam so beten,
wie Jesus Christus uns gelehrt hat:
VATER UNSER